top of page

Auf die Haltung kommt es an: Wie Haltung entsteht, sich ändert und wirksam wird

  • Autorenbild: Caesar & Harrison GmbH & Co. KG
    Caesar & Harrison GmbH & Co. KG
  • vor 4 Tagen
  • 11 Min. Lesezeit


Man kann nicht keine Haltung haben. Das ist der Ausgangspunkt von Folge 9. Holger König und Michael Neugebauer gehen in fünf Kapiteln durch, wie Haltung entsteht, warum sie sich ändert, wann und wie man sie zeigt, wie die eigene Haltung sich entwickelt hat und was das alles mit dem Beruf und dem Leben zu tun hat. Mit konkreten Beispielen, persönlichen Geschichten und einem Schlusssatz, der sitzt.


Das Wichtigste in Kürze zur Haltung im Beruf und im Leben


  1. Haltung ist zunächst ein neutraler Begriff. Jeder hat eine, ob er es weiß oder nicht. Entscheidend ist, welche Haltung man zeigt und ob sie zu den eigenen Werten passt.

  2. Haltungen entstehen durch Erbanlagen, Kindheitsprägung, soziales Umfeld, gesellschaftliches Umfeld und Lebenserfahrung. Sie ändern sich unter Druck, von innen oder von außen.

  3. Haltung zu zeigen bedeutet nicht, auf politische Extreme zu warten. Es bedeutet, jeden Tag im Job Verantwortung zu übernehmen, für andere einzustehen und klar Nein zu sagen, wenn nötig.

  4. Hinter echter Haltung steckt eine große Idee. Sturheit dagegen ist das Festhalten an Prinzipien ohne Bereitschaft zur Reflexion.

  5. Gute Haltung braucht Empathie, Selbstreflexion, Bescheidenheit, Wertschätzung, Eigenverantwortung und den Mut, nicht nur sich selbst, sondern das große Ganze im Blick zu behalten.


Worum geht es in dieser Podcast-Folge? Show Notes mit Timestamps


Folge 9 ist eine der persönlichsten Folgen von Storify your Business. Holger und Michael geben nicht nur Tipps, sondern zeigen offen, wie ihre eigene Haltung sich entwickelt hat, wo sie gescheitert sind und was sie daraus gelernt haben.

Zeitmarke

Thema in dieser Podcast-Folge

00:00

Einleitung: Man kann nicht keine Haltung haben - Paul Watzlawick

00:50

Die fünf Kapitel und warum Haltung ein neutraler Begriff ist

01:31

Kapitel 1: Wie Haltung entsteht - die fünf Einflüsse

03:09

Kapitel 2: Wie Haltungen sich ändern - der Confirmation Bias

04:30

Druck von innen und von außen: Zwei lebensnahe Beispiele

05:29

Warum externer Rat besser ist als der der Familie (Wildpferde in Arizona)

07:43

Kapitel 3: Wann und wie Haltung zeigen - jeden Tag, auch im Job

09:14

Haltung in der Führung: Für das Team einstehen, bevor es zu spät ist

10:20

Wie Haltung zeigen: Ich-Botschaften, Mut zum Nein, Fragen, Beharrlichkeit

14:33

Holgers Beispiele: Messeausfall und das Gotthard-Tunnel-Angebot

18:28

Kapitel 4: Wie Holger und Michael zu ihrer Haltung gekommen sind

21:53

Michael: Vom artigen Kind zum Volontär mit Haltung

23:41

Kapitel 5: Was gute Haltung auszeichnet - Zutaten im Überblick

25:15

Jana aus Kassel und Google: Zwei Beispiele für fehlgeleitete Haltung

29:44

Wo liegt die Grenze zwischen Haltung und Sturheit? BER als Beispiel



Wie Haltung entsteht und warum sie sich verändert


Welche fünf Einflüsse formen unsere Haltung?


Haltung entsteht nicht aus dem Nichts und wird auch nicht per Entschluss gewählt. Sie wächst aus einem Zusammenspiel von mindestens fünf Einflüssen: Erbanlagen (bin ich eher ängstlich oder draufgängerisch?), Prägung in der Kindheit (war meine Umgebung behütet oder lieblos?), soziales Umfeld (haben mich die Menschen um mich herum unterstützt oder verunsichert?), gesellschaftliches Umfeld (Kultur, Religion, politisches System) und schließlich Lebenserfahrung: die Krisen, die glücklichen Zufälle, die Momente, in denen das Selbstvertrauen gewachsen oder erschüttert wurde.


Holger erinnert sich an seinen Sportverein. Man gewinnt gemeinsam, man verliert gemeinsam. Wer statt gemeinsamer Analyse den Fehler beim Rechtsaußen sucht, hat schon die erste falsche Schlussfolgerung aus einer Niederlage gezogen. Das ist ein früher Moment in der Haltungsbildung: Wie gehe ich mit Scheitern um? Analysiere ich, lerne ich, passe ich mich an? Oder suche ich die Schuld außerhalb?


Michael ergänzt: Willy Brandt, "Wir wollen mehr Demokratie wagen", hat ihn mit zehn Jahren geprägt. Das ist kein Zufall, sondern die Wirkung eines gesellschaftlichen Moments auf einen Menschen in einer empfänglichen Phase. Wer in welchem Umfeld aufwächst, bestimmt mit, welche Überzeugungen sich festigen.


Was hat der Confirmation Bias mit der Haltung zu tun, und wie verändert sie sich trotzdem?


Die Software in unserem Gehirn ist darauf ausgelegt, nach Bestätigung für das zu suchen, was wir schon glauben. Psychologen nennen das den Bestätigungsfehler, den Confirmation Bias. Wir ändern unsere Haltung nicht, weil wir plötzlich denken: Es wäre mal Zeit für etwas Neues. Wir ändern sie unter Druck, von innen oder von außen.


Michael bringt zwei Beispiele. Von innen: Wer reiche Menschen grundsätzlich als habgierig und asozial betrachtet, verliebt sich vielleicht in jemanden, der zufällig reich ist, und merkt: Der passt nicht in das Bild. Haltung ändert sich durch echte Begegnung. Von außen: Die schrullige Tante, die auf jedem Familientreffen über Ausländer herzieht, bekommt die Lieblignsnichte mit einem deutschtürkischen Freund zu Besuch. Weil sie die Nichte liebt, lässt sie sich auf ein Gespräch ein. Und am Ende schwärmt sie von Baklava.


Was bei der Veränderung von Haltung hilft: externer Rat. Nicht die Familie, nicht die Freunde, die alle ihre eigene Agenda mitbringen. Eine Kollegin, die beim Sabbatjahr sofort mit Wildpferden in Arizona antwortet, beschreibt ihre eigene Sehnsucht, nicht die des Fragenden. Das deckt sich mit dem, was Holger und Michael in der Führungskommunikation erleben. Haltungsreflexion braucht professionelle Außenperspektive. Wie eng das mit dem Perspektivwechsel zusammenhängt, beschreiben die beiden in Folge 7: Wer nicht zuhören will, muss das Scheitern fühlen.






Wann und wie zeigst du Haltung - konkret und täglich


Warum reicht es nicht, Haltung nur bei politischen Extremen zu zeigen?


Haltung zu zeigen bedeutet nicht, darauf zu warten, bis politische Extremisten auf dem Vormarsch sind. Es bedeutet, jeden Tag im Job zu entscheiden: Gehe ich weg, wenn in der Kaffeeküche über einen Kollegen gelästert wird? Oder sage ich was? Michael hat in seiner Arbeit mit einem zerstrittenen Team von drei Frauen eine einfache Wahrheit aufgedeckt: Alle drei haben sich darüber beschwert, dass in der Kaffeeküche getratscht wird. Alle drei haben mitgemacht.


Haltung zu zeigen bedeutet in diesem Fall: sofort dazwischen gehen, wenn Lästern beginnt. Nicht aus Altruismus allein, sondern auch aus Eigeninteresse. Wer dazu beiträgt, dass nicht getratscht wird, wird auch nicht das nächste Opfer sein. Mobbing entsteht nicht über Nacht. Es entsteht, weil zu viele Menschen in zu vielen kleinen Momenten schweigen.


Für Führungskräfte kommt eine besondere Verantwortung hinzu. Holger bringt es auf den Punkt: Die meisten Mitarbeitenden sind viel mehr damit beschäftigt, keine Schuld zu haben, als Verantwortung zu übernehmen. Wer das als Führungskraft zulässt, erzeugt ein Problem, das er oder sie irgendwann selbst aufräumen muss.


Welche fünf Werkzeuge helfen, Haltung wirksam und klar zu zeigen?


Michael nennt fünf konkrete Ansätze. Erstens Ich-Botschaften: nicht "Du bist so und so", sondern "Ich nehme wahr, dass..." Diese Formulierung beschreibt die eigene Wahrnehmung, ohne die andere Person zu verurteilen, und öffnet gleichzeitig Raum für deren Perspektive.


Zweitens der Mut zum Nein: zeitnah, nicht aus der Haut fahrend, aber klar. Ein freundlicher Ton und ein Nein schließen sich nicht aus. Holgers Erfahrung am Gotthard-Basistunnel belegt das eindrücklich. Ein Auftraggeber verlangt, das Budget zu halbieren. Holgers Antwort lautet sinngemäß: Das könnten wir machen, aber wir wollen es nicht tun. Es entsteht Stille. Dann fragt der Auftraggeber: Warum wollen Sie das nicht? Und dann beginnt das eigentliche Gespräch. Der Auftrag kommt durch, mit vollem Budget.


Drittens Fragen: Wer nicht sicher ist, ob die eigene Einschätzung stimmt, fragt. Viertens Beharrlichkeit: Einmal die Hand gehoben zu haben, reicht nicht. Wer für etwas einsteht, bleibt dran. Fünftens Wirksamkeit: Ein Like auf Instagram ist kein Haltungsbeweis. Haltung zeigt sich im Handeln, nicht im Konsumieren von Inhalten.






Zwei persönliche Wege zu einer klaren Haltung


Was Holger durch Niederlagen, Hockey und ein schlecht geführtes Unternehmen gelernt hat


Holger hat Hockey gespielt. Nach jeder Niederlage wurde analysiert: Was hat nicht funktioniert? Welche Spielzüge passen wir an? Das ist im Sport selbstverständlich. Im Beruf, stellt Holger fest, wird es viel seltener so gemacht. Ergebnis, Analyse, Anpassung: Diese Schleife fehlt in vielen Unternehmen.


Holgers schwierigste Lektion kam aus einem eigenen Unternehmen, das er mit dem Fokus auf Harmonie führte. Jeder durfte zu allem eine Meinung haben. Jeder hatte ein gutes Gehalt. Und am Ende blieb Holger mit einem schlecht geführten Unternehmen, für das er selbst verantwortlich war. Die Konsequenz, die er daraus zog: Zuhören ja, aber nicht zulassen, dass Meinungen den Kurs bestimmen. Klarere Ausrichtung. Konstruktives Nein. Nicht Harmonie als Selbstzweck, sondern Richtung als Führungsaufgabe.


Der Gotthard-Tunnel ist das zweite prägende Erlebnis. Holger nennt es selbst: Es war verbunden mit großen Unsicherheitsgefühlen. Er wollte den Auftrag. Er hatte Angst, ihn zu verlieren. Trotzdem hat er Haltung gezeigt. Und genau das hat die Zusammenarbeit erst möglich gemacht.


Wie Michael als Volontär seinen ersten Mut zum Nein fand


Michael war als Kind artig und hilfsbereit. Er hat nie rebelliert, auch nicht als Jugendlicher. Die erste echte Probe für seine Haltung kam im Volontariat bei einer Zeitung. Damals gab es kaum Ausbildungsstandards. Man wurde hingestopft, wo gerade jemand fehlte. Michael hat das eine Weile mitgemacht. Und dann ist er zu seinem Chefredakteur gegangen, hat die Hände in die Hüften gestemmt und gesagt: Ich will ausgebildet werden.


Der Chefredakteur fand das nicht komisch. Michael setzte sich trotzdem durch. Er durfte zu einem Kompaktkurs fahren. Er wurde danach übernommen. Mit außertariflicher Zulage. Nicht weil er laut war, sondern weil er klar war.


Was Michael aus dieser Geschichte mitnimmt: Freundlich zu bleiben und sich durchzusetzen schließen sich nicht aus. Das ist eine seiner Grundüberzeugungen, die er seitdem in jedes Gespräch und jedes Training mitbringt. Haltung muss nicht aggressiv sein. Sie muss nur echt sein.






Was gute Haltung auszeichnet - und woran man schlechte erkennt


Die Erkenntnisse dieser Folge basieren auf einer Forschungsarbeit, die drei Methoden kombiniert hat: einen standardisierten Fragebogen mit knapp 200 Teilnehmern, ein Eye-Tracking-Experiment mit über 30 Versuchspersonen und qualitative Tiefeninterviews. Verglichen wurden zwei Texte für dasselbe Produkt: ein narrativer Text nach Storytelling-Prinzipien und ein klassischer, faktenbasierter Werbetext.

Merkmal

Was das bedeutet

Verstehen und Empathie

Die Perspektive anderer ernstnehmen, bevor man urteilt

Selbstreflexion

Warum tue ich das? Hilft es mir und der Gemeinschaft? Bin ich auf beiden Augen blind?

Bescheidenheit

Sich selbst nicht zu wichtig nehmen, auch als Führungskraft

Wertschätzung

Anderen bewusst und begründet Anerkennung geben, nicht nur Kritik

Eigenverantwortung

Nicht nach Schuld suchen, sondern Verantwortung für das eigene Handeln übernehmen

Soziale Verantwortung

Eigenverantwortung hat immer auch Auswirkungen auf das Umfeld

Loyalität

Durch konstruktive Haltung echte Bindungen aufbauen, zu Kunden, Mitarbeitenden, Partnern


Was Jana aus Kassel und Google gemeinsam haben


Jana aus Kassel trat im Winter 2020 auf einer Demo auf und sagte, sie fühle sich wie Sophie Scholl. Sie sei 22, verteile Flyer, gehe auf Demonstrationen. Genau wie Sophie Scholl, kurz bevor diese hingerichtet wurde. Das Problem: Sophie Scholl hat nicht auf einer Demo in einem freien Land gesprochen. Sie hat im Dritten Reich Flugblätter gegen die Nazis verteilt, wurde verhaftet und zum Tode verurteilt.


Das ist nicht die Haltung, über die Holger und Michael sprechen. Haltung braucht reale Konsequenzen, echten Mut und einen Gegner, der tatsächlich Macht hat. Sich auf dem Heiligenschein anderer zu sonnen, ist Selbstinszenierung, keine Haltung.


Google ist das zweite Negativbeispiel. Das ursprüngliche Motto lautete: Mach nichts Boeses. Ein starker Anspruch. Als die eigene Geschäftsentwicklung damit kollidierte, wurde er nicht verteidigt, sondern abgeschwächt. Das neue Leitbild definiert nicht einmal mehr, was das Richtige sein soll. Eigene Grundsätze zu ändern, weil man sie nicht einhalten kann, statt zu überlegen, wie man sie einhalten könnte, ist das Gegenteil von Haltung.


Wo liegen die Grenzen zwischen Haltung und Sturheit?


Holger stellt die Frage, Michael beantwortet sie: Haltung steht für eine große Idee. Sturheit steht für das Festhalten an Prinzipien um des Prinzips willen, oft verbunden mit Geltungssucht. Der Berliner Flughafen BER ist das Paradebeispiel für fehlende Haltung im umgekehrten Sinne: Nicht das Festhalten an einer Position, sondern die Unfähigkeit, jemals eine zu halten. Jedes Mal, wenn jemand sinnvollen Widerstand geleistet hätte, blieb er aus.


Der Unterschied lässt sich so beschreiben: Hinter Haltung steht die Frage "Was dient der Sache?". Hinter Sturheit steht die Frage "Was bestätigt mein bisheriges Bild?" Holger und Michael sind sich einig, dass diese Grenze im Alltag manchmal schwer zu ziehen ist. Selbstreflexion, regelmäßige Überprüfung der eigenen Positionen und der Mut zur Meinungsänderung, wo nötig, sind die einzigen Werkzeuge dagegen.


Empfehlungen aus dieser Folge

Art

Titel

Warum empfohlenWru

Komödie

Oh la la - Wer ahnt denn sowas?

Herrlich überzeichnete Komödie über Haltungswandel und Vorurteile: leicht, lustig und trotzdem zum Nachdenken.

Film

Eine Frage der Ehre (A Few Good Men)

Jack Nicholson und Tom Cruise. Ein Klassiker über Haltung unter militärischem und moralischem Druck.

Buch

Am Ende, Jean-Rémy von Matt

Über Lebenshaltung, Werte und das, was bleibt. Von einem der bekanntesten deutschen Werbestrategen.

Video

Marcel Reif im Bundestag: Sej a Mensch

Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus, Januar 2024. Reif erzählt über seinen jüdischen Vater und den Appell seines Lebens.



Wer spricht in diesem Podcast? Holger König und Michael Neugebauer.


Holger König ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Caesar & Harrison, einer Beratung für narratives Marketing spezialisiert auf den Mittelstand im deutschsprachigen Raum. Als  StoryBrand Certified Guide bei Caesar & Harrison hat er über zwei Jahrzehnte erlebt, wie Haltung, im Vertrieb, in der Führung und in der eigenen Unternehmensgeschichte, den Unterschied zwischen Durchkommen und Scheitern macht.


Michael Neugebauer ist Kommunikationstrainer, Coach und Moderator. Er begleitet Führungskräfte und Teams seit Jahren dabei, nicht nur klarer zu kommunizieren, sondern auch klarer zu werden: in dem, was sie wollen, in dem, was sie nicht wollen, und in der Art, wie sie für beides einstehen.


Holger König und Michael Neugebauer kennen sich seit ihrer gemeinsamen Zeit beim Radio. Diese alte Verbindung zweier Radiomacher trägt den Podcast, der nicht wie ein Fachinterview klingt, sondern wie ein echtes Gespräch zwischen zwei Menschen, die sich vertrauen und gegenseitig herausfordern.


Fazit von Holger König


Diese Folge hat mich auf eine Art überrascht, die ich nicht erwartet hatte: Sie hat mich an Entscheidungen erinnert, die ich lieber nicht getroffen hätte. Die Situation im ersten Unternehmen, das Streben nach Harmonie um jeden Preis, das am Ende ein schlecht geführtes Unternehmen produziert hat. Das war nicht das Ergebnis böser Absicht. Es war das Ergebnis fehlender Haltung.


Was ich aus dieser Folge mitnehme: Haltung ohne Selbstreflexion wird schnell zur Sturheit. Und Harmonie ohne Richtung wird zur Lähmung. Beides lässt sich verhindern, wenn man bereit ist, die unbequemen Fragen zu stellen. Was dient der Sache? Wo stehe ich, und warum? Was würde ich tun, wenn ich keine Angst hätte?


Michaels Schlusssatz passt dazu so gut wie nichts anderes: Sej a Mensch. Das ist keine fromme Formel. Es ist eine Haltung in drei Wörtern.





Diese Folge jetzt hören und weitermachen


Folge 9 von Storify your Business jetzt hören:


 

Video-Empfehlung aus dieser Folge:


Weitere Folgen von Storify your Business:


Folge 4: Wandel braucht Willen und eine Kampagne

 

Den Grundlagenartikel zum Thema Narrativ im Marketing findest du hier:



FAQ: Häufige Fragen zur Haltung im Beruf und im Leben


Was bedeutet „Haltung im beruflichen Kontext“?

Haltung im Beruf bedeutet, konsequent für das einzustehen, was man für richtig hält, auch wenn das unbequem ist. Das fängt bei kleinen Dingen an: nicht mitspielen, wenn in der Kaffeeküche gelästert wird. Einen klaren Nein sagen, wenn eine Aufgabe gegen die eigenen Grundsätze verstößt. Für ein Teammitglied einstehen, das ungerechtfertigt kritisiert wird. Haltung ist keine große Geste, die für besondere Momente reserviert ist. Sie ist eine tägliche Entscheidung.

Wie erkennst du, ob deine Haltung wirklich klar ist?

Ein einfacher Test: Weißt du, was du willst? Weißt du, was du nicht willst? Und bist du bereit, für beides einzustehen, auch wenn der Gegenüber das nicht begrüßt? Wer auf diese drei Fragen keine klaren Antworten hat, hat noch keine klare Haltung. Selbstreflexion ist der Anfang. Externe Begleitung durch einen Coach oder Berater kann helfen, das eigene blinde Fleck zu verkleinern.

Was ist der Unterschied zwischen Haltung und Sturheit?

Hinter Haltung steht eine große Idee: Ich stehe für X, weil X der Sache dient und weil ich es für richtig halte. Hinter Sturheit steht das Festhalten an Prinzipien um des Prinzips willen, oft ohne Bereitschaft zur Reflexion. Haltung kann sich verändern, wenn neue Erkenntnisse oder Erfahrungen das Bild verschieben. Sturheit setzt auf Immunität gegen Veränderung. Der BER ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn zu viele Entscheidungen ohne klare Haltung getroffen werden.

Wie kannst du Haltung zeigen, ohne aggressiv zu wirken?

Ich-Botschaften sind das wichtigste Werkzeug. "Ich nehme wahr, dass..." ist eine andere Aussage als "Du machst immer...". Ersteres beschreibt die eigene Wahrnehmung und lässt Raum für die Perspektive des anderen. Zweiteres schließt die Tür. Fragen öffnen den Dialog zusätzlich. Und ein freundlicher Ton ist kein Widerspruch zu einer klaren Aussage. Michael hat es nach dem Volontariat gelernt: Freundlich bleiben und sich durchsetzen schließen sich nicht aus.

Wir hängen Haltung und Storytelling zusammen?

In jedem guten Film steht eine Hauptfigur vor der Frage: Folge ich meiner Überzeugung, auch wenn es etwas kostet? Das ist das Prinzip von Storytelling. Es ist auch das Prinzip des Lebens. Immer steht etwas auf dem Spiel. Haltung entscheidet, was der Held tut. Und was er tut, entscheidet, ob die Geschichte gut ausgeht. Mehr dazu, wie Überzeugung im Marketing und in der Kommunikation entsteht, in Folge 8: Wer überzeugen will, muss transportieren.


Autor: Das Team der Caesar & Harrison GmbH & Co. KG




 
 
bottom of page