Der Kunde als Held der Geschichte: Holger und Ramón König zu Gast bei Ankersicht Talk

Von Holger König und Ramón König
Im Storytelling deines Unternehmens bist nicht du der Held. Dein Kunde ist es. Darüber haben Holger und Ramón König im Videopodcast Ankersicht Talk gesprochen: über die Entstehung von Caesar & Harrison, über die Arbeit als Vater und Sohn und über den Perspektivwechsel, an dem sich entscheidet, ob Marketing wirkt.
Das Wichtigste in Kürze zu dieser Folge
Im Marketing ist nicht das Unternehmen der Held, sondern der Kunde. Das Unternehmen übernimmt die Rolle des Mentors, der ihm hilft, sein Problem zu lösen.
Ein Kunde hat immer ein Problem, sonst kauft er nicht. Gute Kommunikation spricht genau dieses Problem an, statt über das eigene Unternehmen zu reden.
Zwei Fragen trennen wirksames Storytelling von einer netten Geschichte: Kommt der Kunde darin vor? Und führt die Geschichte zu einer Handlung?
Holgers Selbsttest aus drei Fragen zeigt sofort, ob deine Botschaft ankommt: Was bietest du an, wie macht es mein Leben besser, und was muss ich tun, um es zu bekommen?
Unternehmensstärken sind noch kein Kundennutzen. Erst übersetzt werden sie wirksam: Aus seit sechzig Jahren am Markt wird es gibt kein Problem, das wir nicht schon gesehen haben.
Worum geht es in dieser Podcast-Folge? Show Notes mit Timestamps
Die Folge beginnt ungewöhnlich: Statt sich selbst vorzustellen, beschreiben Holger und Ramón König einander. Danach geht es um die Geschichte von Caesar & Harrison, um die Zusammenarbeit als Familienunternehmen und um konkrete Tests, mit denen du dein eigenes Marketing sofort prüfen kannst. Die Kapitel entsprechen denen im YouTube-Video.
Zeitmarke | Thema in dieser Podcast-Folge |
00:00 | Holger & Ramón König von Caesar & Harrison |
00:46 | Perspektivwechsel beginnt bei der eigenen Wahrnehmung |
08:32 | Wie StoryBrand nach Deutschland kam |
12:05 | Ramóns Weg ins Familienunternehmen |
36:10 | Was sich im Marketing verändert hat |
38:14 | Warum der Kunde im Mittelpunkt stehen muss |
47:38 | Was Storytelling wirklich bedeutet |
50:50 | Der häufigste Fehler in der Unternehmenskommunikation |
01:03:31 | So übersetzt du Unternehmensstärken in Kundennutzen |
01:15:07 | Ein Satz, den du aus dieser Folge mitnehmen solltest |
Wie ist Caesar & Harrison entstanden?
Warum eine unzufriedene Filmproduktion der Anfang war
Holger König ist durch fast alle Medien gegangen. Angefangen hat er bei der Zeitung, in einer Zeit, in der Druckereien noch mit Bleisatz arbeiteten. Später führte er eine Filmproduktion mit Standorten in Kassel und Düsseldorf. Und genau dort begann die Geschichte von Caesar & Harrison, mit einer unbequemen Erkenntnis: Das eigene Geschäft baute immer mehr ab, und er wusste nicht, warum.
Seine Diagnose im Rückblick ist ehrlich. Das eigene Marketing war schlecht. Er hatte viele Termine, schloss aber nicht so gut ab, wie er sich das vorgestellt hatte. Es war zum Sterben zu viel und zum Leben zu wenig. Dann stieß er auf Donald Miller und dessen Buch Building a StoryBrand, las es in einem Zug und flog mit einer Kollegin zum nächsten Workshop nach Nashville. Dort erlebte er Miller live und wusste, dass das kein Schönschreiben ist.
Was ihn überzeugt hat, war nicht ein Name, sondern der Perspektivwechsel. Auf seiner Kaffeetasse steht dafür bis heute der Satz Be the Guide, also sei der Mentor. Mentor deiner Kunden, deiner Kinder, deiner Partnerin. Die Struktur dahinter funktioniert seit Tausenden von Jahren, und Holger hat sie nach Deutschland gebracht. Warum sich ein Unternehmen nie selbst zum Helden machen sollte, haben wir in einem eigenen Beitrag ausführlich begründet: Warum dein Unternehmen nie der Held sein darf. Wie Held und Mentor im Marketing konkret zusammenspielen, zeigt Folge 6 unseres Podcasts über den Story Code.
Aus ersten Anfragen wurden weitere, und irgendwann fragten Kunden, warum eine Filmproduktion eigentlich Storytelling-Beratung im B2B macht. Es brauchte einen eigenen Namen. Das war der Start von Caesar & Harrison.
Wie Ramón über Politik und Beratung ins Familienunternehmen kam
Ramón König hatte ursprünglich ganz andere Pläne. Er studierte Politikwissenschaft im Bachelor und Master, zuletzt in München, und beschäftigte sich mit den großen Fragen: Was bewegt Gesellschaften, was bewegt Staaten, was bewegt Menschen? Danach arbeitete er als Trainee in Brüssel auf europäischer Politikebene und wechselte anschließend als Associate Consultant zu PwC, um den öffentlichen Sektor auch aus privatwirtschaftlicher Perspektive kennenzulernen.
Was diese Stationen verbindet, hat er erst im Rückblick erkannt. Sein unbewusstes Leitmotiv war immer dieselbe Frage: Wie entfalten Ideen Wirkung auf Menschen? In der Politik, in der Betriebswirtschaft und heute in der Kommunikation. Seine ehrlichste Einsicht nach fast drei Jahren bei Caesar & Harrison: Er hat Marketing unterschätzt. Er hielt es für weicher und weniger strukturiert als das, was er gelernt hatte. Heute sagt er, wie viel Strategie und Analyse darin steckt, jedenfalls dann, wenn man es richtig macht.
Aus seiner Politikerfahrung stammt ein Test, den er allen Zuhörenden mitgibt. Schau bei der nächsten Wahl auf die Plakate und frag dich: Wer ist auf diesem Plakat der Held der Geschichte, und wer der Mentor? Steht der Wähler im Mittelpunkt oder die Partei? Es gibt nur wenige Ausnahmen, in denen dieser Perspektivwechsel gelingt. Für Ramón ist das ein Zeichen, dass er dort eher Zufall als Strategie ist.
Wie funktioniert ein Familienunternehmen aus Vater und Söhnen?
Warum Holger seine Söhne nie überreden wollte
Auf die Frage, wann er beschlossen habe, dass sein Sohn bei Caesar & Harrison einsteigen soll, antwortet Holger König mit einem Wort: Nie. Er kennt genug Inhaber, die händeringend nach einer Nachfolge suchen und ihre Kinder zu früh darauf ansprechen. Seine Haltung ist eine andere. Es ist seine Aufgabe, dafür zu sorgen, dass seine Kinder ein glückliches Leben führen, nicht dass sie fortführen, was er aufgebaut hat.
Ramón bestätigt das. Es gab keinen einzigen Moment des Überredens. Die Idee, ein Familienunternehmen daraus zu machen, kam schließlich weder von Holger noch von Ramón, sondern von Ramóns Bruder Milan. Und bevor daraus eine gemeinsame Geschäftsführung wurde, haben beide Söhne zunächst als Angestellte im Unternehmen gearbeitet. Holger formuliert das ohne Umschweife: Als Unternehmer kann er sich keine halbe Leistung leisten, nur weil es der eigene Sohn ist. Begleitet hat ihn dabei ein Organisationsberater, der ihm half, sich Schritt für Schritt heranzuarbeiten.
Welche Regeln die Zusammenarbeit tragen
Die wichtigste Grundregel lautet, Privates und Berufliches zu trennen. Ramón erzählt dazu eine Anekdote: Beim ersten Telefonat nach Einführung dieser Regel begann Holger mit dem Satz, dieser Anruf sei beruflich. Danach legte er auf, rief erneut an und sagte, dieser Anruf sei privat. Holger ergänzt, warum er die Grenze von Anfang an gezogen hat: Grenzen kann man später aufweichen, wenn man merkt, dass es funktioniert. Einführen lassen sie sich nachträglich kaum.
Regel | Wie sie gelebt wird |
Privat und beruflich trennen | Von Anfang an klar gezogen. Lockern lässt sich eine Grenze später, einführen kaum |
Themen bewusst parken | Wenn auf der Familienfeier eine Geschäftsfrage aufkommt, wird sie auf die Wochenlage am Montag verschoben |
Um Sachfragen streiten, nicht um Werte | Bei den Werten gibt es eine große Schnittmenge. Diskutiert wird in der Sache |
Getrennte Verantwortungsbereiche | Jeder gestaltet und verantwortet seinen Bereich und steht dafür Rede und Antwort |
Vertrauen statt Taktik | Vertrauen ist schon vorhanden und muss nicht erst erarbeitet werden. Das macht taktisches Verhalten überflüssig |
Als im Gespräch das Wort Chef fällt, zuckt Holger nach eigener Aussage zusammen. Heute sind alle drei Geschäftsführer und Gesellschafter. Und auch davor galt für ihn: Wer sein Team nicht mitnimmt, hat ein Problem, egal wie er sich nennt. Mit Ansagen allein funktioniert Führung nicht.
Was hat sich im Marketing verändert und was nicht?
Warum mehr Content das Problem nicht löst
Ein Grundsatz hat sich für Holger König nie verändert: Ein Kunde hat immer ein Problem, sonst will er nicht kaufen. Das klingt nach einer Binsenweisheit, doch in der Kommunikation konsequent umgesetzt wird es selten. Verändert hat sich dagegen, wie schwer es geworden ist, überhaupt durchzudringen.
Holger beschreibt die Lage als Tsunami-Welle, die täglich auf Menschen zurollt, mit Tausenden von Absendern, die alle Aufmerksamkeit wollen, und mit künstlicher Intelligenz als zusätzlichem Verstärker. Früher genügten eine Zeitungsanzeige, ein Kinospot, ein Fernsehspot und ein Plakat, und man konnte sich Slogans noch merken. Die wilde Frische von Limonen, für eine Seife, vergisst er bis heute nicht. Seine Antwort auf die neue Lage ist eine Gegenfrage: Seit wann hat mehr vom Falschen geholfen? Genau dieses Dauerrauschen haben wir in Folge 10 unseres Podcasts ausführlich behandelt.
Warum künstliche Intelligenz zum Gatekeeper wird
Ramón König ergänzt eine Verschiebung, die er für entscheidend hält: Die Macht hat sich zum Kunden verschoben. Kunden recherchieren selbst, und ein großer Teil der Kaufentscheidung ist gefallen, bevor sie zum ersten Mal mit einem Vertriebler sprechen. Gleichzeitig verändert sich das Suchverhalten gravierend, weg von klassischen Suchergebnissen, hin zu Antworten aus KI-Systemen.
Damit entscheidet sich Sichtbarkeit nicht mehr nur über Rankings, sondern darüber, ob ein Unternehmen in einer KI-Antwort überhaupt genannt wird. Diese Systeme werden zum Gatekeeper zwischen Angebot und Kunde. Holger findet dafür das Bild vom Türsteher vor einem Berliner Club der achtziger Jahre: Du ja, du nicht. Wer den Gatekeeper nicht davon überzeugt, die richtige Quelle für ein Problem zu sein, erreicht seine Kunden nicht mehr. Woran es liegt, wenn KI-Systeme deinen Wettbewerber nennen und dich nicht, zeigt unser Beitrag zur KI-Sichtbarkeit
Was sich verändert hat | Was gleich geblieben ist |
Kanäle und Geschwindigkeit, heute Dauerkommunikation ohne Pause | Ein Kunde hat immer ein Problem, sonst kauft er nicht |
Der Kunde recherchiert selbst, bevor er mit dem Vertrieb spricht | Menschen entscheiden zuerst emotional und begründen danach rational |
Suche verlagert sich von Rankings zu KI-Antworten | Eine logisch aufgebaute Geschichte hält Aufmerksamkeit |
Menschen vertrauen Menschen mehr als Logos | Der Perspektivwechsel zum Kunden entscheidet über die Wirkung |
Bemerkenswert ist Holgers Beobachtung zur Struktur. Eine gute Geschichte ist logisch aufgebaut, sonst fällt sie auseinander und niemand hört mehr zu. Und genau diese Aufbereitung honorieren auch KI-Systeme. Die Werkzeuge haben sich gedreht, die Psychologie ist dieselbe geblieben.
Was unterscheidet Storytelling von einer netten Geschichte?
Wie eine Geschichte über vier festsitzende Schrauben funktioniert
Holger König liefert im Gespräch selbst ein Beispiel, fast nebenbei. Er wollte einen kleinen Schlüsseltresor montieren, die Schraubenköpfe waren zu weich, der Schlitz brach aus, und vier Schrauben steckten fest. Er fragte eine KI, bekam einen ausführlichen Bericht mit mehreren Lösungen, ganz unten stand eine kleine Trennscheibe. Das Gerät bestellt, die Schrauben herausgetrennt, der Tresor hängt jetzt dort, wo er hingehört.
Auf die Nachfrage von Chi Pham, ob das jetzt eine echte Geschichte oder gutes Storytelling war, löst Holger auf: beides. Er hat mit einem Problem begonnen, und von diesem Moment an wollte man wissen, ob er es schafft. Zwischendurch gab es die Ahnung eines glücklichen Endes, weil im Bericht mehrere Lösungen standen. Dann die Lösung und das Happy End. So funktionieren Film und Buch, und so funktioniert Marketing. Seine Unterscheidung dazu: Laien verwechseln das Erzählen von Geschichten mit dem Handwerk und nennen alles Storytelling.
Welche zwei Fragen jede Geschichte bestehen muss
Ramón König überträgt das auf den B2B-Kontext und gibt zwei Prüffragen mit. Die erste lautet: Kommt der Kunde in dem vor, was wir kommunizieren? Achte darauf, was Unternehmen antworten, wenn man sie fragt, was sie eigentlich tun. Meistens dreht sich die Antwort fünf Minuten im Kreis, ohne dass klar wird, für wen und mit welchem Nutzen. Kommt der Kunde nicht vor, ist es Selbstdarstellung.
Die zweite Frage lautet: Führt die Geschichte zu einer Handlung? Eine Geschichte ohne klaren nächsten Schritt, ohne klare Handlungsaufforderung, ist Unterhaltung, aber nicht wirksam. Holgers Schraubengeschichte hat übrigens genau das geleistet, sie endete mit einer Bestellung.
Welche drei Fragen muss deine Botschaft bestehen?
Holger ergänzt einen Test aus der StoryBrand-Methode, den du sofort auf dein eigenes Unternehmen anwenden kannst. Er heißt Grunz-Test, weil die Botschaft so einfach sein muss, dass selbst ein Neandertaler sie versteht. Drei Fragen: Was bietest du an, und zwar so, dass ich es verstehe? Wie macht es mein Leben besser? Und was muss ich tun, um es zu bekommen? Wer bei einer dieser Fragen zögert, sollte genauer hinschauen. Den Test kannst du auf unserer Seite selbst machen: Teste dein Marketing.
Wichtig ist Holger dabei, dass niemand das mit Absicht falsch macht. Das Problem ist der Fluch des Wissens: Wer sein eigenes Produkt sehr gut kennt, sieht es wie durch einen Nebel und schafft es nicht mehr, es auf den Punkt zu formulieren. Deshalb fragen wir in unserem Workshop zur klaren Marketingbotschaft immer weiter und immer tiefer. Und wir machen das einmal im Jahr auch für uns selbst, weil sich die Dinge verändern.
Was solltest du auf deiner Website sofort prüfen
Der Selbsttest in deiner Hero Section
Ramón König lädt im Gespräch zu einem Live-Test ein: Ruf deine eigene Website auf und schau in die Hero Section, also den ersten Bereich nach dem Kopf der Seite. Dort steht normalerweise eine Hauptüberschrift, eine Unterzeile und im besten Fall eine Handlungsaufforderung. Besucher entscheiden in wenigen Sekunden, ob sie bleiben oder zum nächsten Ergebnis springen. In genau diesen Sekunden müssen die drei Fragen des Grunz-Tests beantwortet sein. Wie du diesen Bereich aufbaust, beschreibt unser Beitrag Storytelling Marketing auf Websites.
Die häufigsten Fehler, die Ramón dabei sieht, sind immer dieselben. Im Mittelpunkt steht nicht der Kunde, sondern das Wir. Dazu kommen Floskeln wie ganzheitliche Lösungen, innovativ, Partner auf Augenhöhe, und Holger ergänzt den Klassiker: alles aus einer Hand. Oft fehlt die Handlungsaufforderung ganz, alles steht gleich wichtig nebeneinander, und statt Nutzen werden Funktionen aufgezählt.
Fällt dir beim Selbsttest auf, dass eine der Fragen offen bleibt, schaut Ramón sich deine Seite gern mit dir an: Website-Funnel-Check mit Ramón buchen.
Wie du Unternehmensstärken in Kundennutzen übersetzt
Viele Unternehmen sind zu Recht stolz auf ihre Geschichte, ihre Größe und ihre Zertifikate. Ramón stellt das nicht in Frage, wohl aber die Reihenfolge. Zuerst kommen das Problem des Kunden und der Nutzen, danach die Belege, die beweisen, dass man weiß, wovon man spricht. Und die Belege werden stärker, wenn man sie für den Kunden übersetzt.
Unternehmensstärke | Übersetzt in Kundennutzen | Mögliche Fehlwirkung |
Seit sechzig Jahren am Markt | Es gibt kein Problem, das wir nicht schon gesehen oder gelöst haben | Ohne Übersetzung nur eine Jahreszahl ohne Bedeutung für den Kunden |
500 Mitarbeitende | Egal wie groß dein Projekt wird, wir haben die Kapazität | Kann als Bei denen bin ich nur ein Ticket gelesen werden |
Zertifikate und Auszeichnungen | Belegen Kompetenz, nachdem der Nutzen klar ist | An erster Stelle wirken sie wie Selbstdarstellung |
Holger setzt hier einen wichtigen Akzent. Kompetenz zu zeigen ist richtig und notwendig. Wer Skifahren lernen will, geht zur Skischule und nicht zum Nachbarn. Aber man sollte sich bei jedem Satz fragen, was er beim Kunden auslösen könnte. Seine erste Reaktion auf einen IT-Dienstleister mit 500 Mitarbeitenden wäre: Da bin ich nur noch ein Ticket. Gemeint war das Gegenteil.
Warum Größe kein Kriterium ist
Für kleinere Unternehmen ist das eine gute Nachricht. Holger beobachtet eine wachsende Tendenz, kein Ticket mehr sein zu wollen, sondern einen direkten Ansprechpartner zu haben. Ramón ergänzt, was Kunden ihm häufig zurückmelden: Sie schätzen es, vom ersten Workshop-Tag bis zum Ende dasselbe Gesicht vor sich zu haben, statt nach drei Monaten vom Senior an einen neuen Junior durchgereicht zu werden. Sein Fazit: Die Argumente, die Kompetenz und Autorität zeigen, hat jedes Unternehmen im Keller, sonst wäre es nicht am Markt. Man muss sie nur herausfiltern. Wie man dabei verkauft, ohne zu verkaufen, zeigt Folge 5 unseres Podcasts.
Wer spricht in diesem Podcast? Holger König und Michael Neugebauer.
Durch das Gespräch führt Chi Pham, die Gastgeberin von Ankersicht Talk. Sie beginnt bewusst nicht mit einer klassischen Vorstellungsrunde, sondern lässt Holger und Ramón einander gegenseitig beschreiben, weil Menschen ihre eigenen Stärken oft gar nicht sehen oder für selbstverständlich halten.
Holger König ist Gründer und geschäftsführender Gesellschafter von Caesar & Harrison. Er kommt aus der Zeitung und der Filmproduktion, hat als StoryBrand Certified Guide die Methode von Donald Miller nach Deutschland gebracht und war lange im Vorstand des Content Marketing Forums. Ramón beschreibt ihn im Gespräch über seine Begeisterungsfähigkeit, seine Freiheitsliebe als Unternehmer und seinen Mut.
Ramón König ist geschäftsführender Gesellschafter von Caesar & Harrison und arbeitet in München. Er hat Politikwissenschaft studiert, in Brüssel auf europäischer Politikebene und bei PwC im öffentlichen Sektor gearbeitet. Holger beschreibt ihn als jemanden, der den Perspektivwechsel perfekt beherrscht und besonders viel Erfahrung mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz im B2B-Marketing mitbringt. Auf LinkedIn sind beide erreichbar: Holger König und Ramón König.
Unser Fazit
Es ist etwas anderes, über die eigene Arbeit zu sprechen, als sie von außen beschrieben zu bekommen. Genau damit hat Chi Pham das Gespräch begonnen, und es war ein guter Spiegel. Wir predigen unseren Kunden, dass nicht sie die wichtigste Person in ihrer Geschichte sind. Uns selbst in den Hintergrund zu stellen, fällt uns leicht. Uns von außen beschreiben zu lassen, deutlich schwerer.
Was wir aus dem Gespräch mitnehmen, ist die Bestätigung, dass die Grundsätze trotz aller Veränderungen dieselben bleiben. Kanäle, Geschwindigkeit und Suchverhalten haben sich gedreht, die Psychologie nicht. Ein Kunde hat ein Problem, und wer ihm hilft, es zu lösen, gewinnt. Mit künstlicher Intelligenz als Gatekeeper wird dieser Perspektivwechsel nicht unwichtiger, sondern entscheidender.
Am Ende hat Chi Pham uns beide gefragt, welchen einen Satz wir aus all unseren Erfahrungen weitergeben würden. Holgers Antwort: Sei der Mentor, für deine Familie, für deine Kunden, für dein Unternehmen. Ramóns Antwort: Wer glaubt, gute Arbeit spricht für sich, hat sich noch nie gefragt, ob man auch tatsächlich gesehen wird.
Die ganze Folge ansehen und weitermachen
Die ganze Folge von Ankersicht Talk jetzt ansehen und hören:
Teste dein Marketing mit den drei Fragen aus der Folge: zum Marketing-Test
Website-Funnel-Check mit Ramón: Termin buchen
Mehr aus unserem eigenen Podcast Storify your Business:
Das Grundlagenkonzept dahinter: Was ist ein Narrativ und wie machen starke Narrative Unternehmen erfolgreicher?
Kostenloser Narrativ-Check: In 7 Schritten zur narrativen Markenführung für eine Botschaft, in der dein Kunde der Held ist.
FAQ: Häufige Fragen zu dieser Folge von Ankersicht Talk
Warum reicht gute Arbeit allein nicht aus, um gesehen zu werden?
Weil Qualität nur wirkt, wenn sie wahrgenommen wird. Ramón König fasst es in der Folge so zusammen: Wer glaubt, gute Arbeit spricht für sich, hat sich noch nie gefragt, ob man auch tatsächlich gesehen wird. Kunden recherchieren heute selbst, und ein großer Teil der Entscheidung fällt, bevor jemand mit dem Vertrieb spricht. Wer in dieser Phase nicht klar kommuniziert, welches Problem er löst, wird übersehen, auch wenn seine Arbeit hervorragend ist.
Was hat sich im Marketing verändert und was ist gleich geblieben?
Verändert haben sich Kanäle, Geschwindigkeit und Suchverhalten. Kunden sind einer Dauerkommunikation ausgesetzt, recherchieren selbst und suchen zunehmend über KI-Antworten statt über klassische Suchergebnisse. Gleich geblieben ist die Psychologie: Ein Kunde hat immer ein Problem, sonst kauft er nicht, und Menschen entscheiden zuerst emotional und begründen danach rational. Deshalb wirkt eine logisch aufgebaute Geschichte heute genauso wie früher.
Woran erkennst du, ob Storytelling wirkt oder nur unterhält?
An zwei Fragen. Erstens: Kommt der Kunde in der Geschichte vor? Wenn nicht, ist es Selbstdarstellung, egal wie gut sie erzählt ist. Zweitens: Führt die Geschichte zu einer Handlung? Eine Geschichte ohne klaren nächsten Schritt ist Unterhaltung. Wirksames Storytelling beginnt mit einem Problem, erzeugt Spannung, deutet ein gutes Ende an und führt am Schluss zu einer Entscheidung.
Wie übersetzt du Unternehmensstärken in Kundennutzen?
Indem du jede Stärke aus Sicht des Kunden neu formulierst und erst nach dem Nutzen nennst. Aus seit sechzig Jahren am Markt wird es gibt kein Problem, das wir nicht schon gesehen haben. Aus 500 Mitarbeitende wird egal wie groß dein Projekt wird, wir haben die Kapazität. Prüfe dabei immer, was ein Satz beim Kunden auslösen kann, denn dieselbe Größe kann auch als ich bin dort nur ein Ticket gelesen werden.
Wie funktioniert ein Familienunternehmen mit Vater und Söhnen in der Geschäftsführung?
Bei Caesar & Harrison mit klaren Regeln. Privates und Berufliches werden von Anfang an getrennt, Geschäftsthemen bei Familienfeiern bewusst auf die Wochenlage verschoben, und gestritten wird über Sachfragen, nicht über Werte. Jeder verantwortet seinen eigenen Bereich. Bevor die gemeinsame Geschäftsführung entstand, haben beide Söhne zunächst als Angestellte gearbeitet, und niemand wurde je zum Einstieg überredet.
✍ Autor: Holger und Ramón König von Caesar & Harrison GmbH & Co. KG


