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B2B Storytelling: Der ultimative Guide für Storytelling im B2B-Marketing

  • Autorenbild: Ramón König
    Ramón König
  • 29. Jan.
  • 7 Min. Lesezeit

Ramón an einem Tisch vor einem Bücherregal und blicken in die Kamera.

Autor: Ramón König, Experte für strategisches Marketing und Sales Manager bei Caesar & Harrison.


Das Wichtigste in Kürze zu B2B Storytelling


  1. B2B-Unternehmen verlieren Kunden, wenn sie nur über Features, Daten und Prozesse kommunizieren. Denn Entscheidungen werden auch im B2B emotional getroffen und erst danach rational begründet.

  2. B2B Storytelling übersetzt komplexe Produkte und Dienstleistungen in nachvollziehbare Geschichten, die verschiedene Stakeholder gleichzeitig erreichen: von der IT-Leitung über den Einkauf bis zur Geschäftsführung.

  3. Eine wirksame B2B Storytelling Strategie folgt einer klaren Struktur: Der Kunde ist der Held mit einem Problem, dein Unternehmen ist der Mentor mit der Lösung, und am Ende steht ein konkretes Ergebnis.

  4. Storytelling wird im B2B doppelt relevant: Menschen filtern bei Informationsüberflutung unbewusst nach Klarheit. KI-Systeme wie ChatGPT oder Perplexity filtern bewusst nach Relevanz. Beides belohnt dieselbe Eigenschaft: eine klare Botschaft.

  5. Unternehmen, die Storytelling konsequent über Website, Sales und Content Marketing einsetzen, verkürzen ihren Sales Cycle, steigern ihre Conversion und heben sich nachhaltig vom Wettbewerb ab.






Warum klassisches B2B-Marketing oft nicht funktioniert


Ein Mann sitzt an einem Schreibtisch mit Laptop und ausgebreiteten Unterlagen. Er stützt den Kopf mit der Hand und blickt nachdenklich auf die Dokumente.

Viele B2B-Unternehmen investieren enorm viel Zeit und Budget in ihre Kommunikation. Sie erstellen aufwendige Produktbroschüren, detaillierte Datenblätter und technisch perfekte Websites. Und dann stellen sie fest: Die Resonanz bleibt aus. Leads kommen spärlich, Gespräche versanden, Angebote werden nicht angenommen.


Das Problem liegt selten am Produkt. Es liegt an der Art, wie darüber gesprochen wird.


Die meisten B2B-Unternehmen kommunizieren aus ihrer eigenen Perspektive. Sie erklären, was sie tun, wie ihre Lösung funktioniert und warum sie technisch überlegen ist. Was dabei fehlt: der Kunde. Seine Situation, sein Problem, seine Sprache.


Die typischen Fehler in der B2B-Kommunikation


Drei Muster tauchen dabei immer wieder auf:


Zu viel Produkt, zu wenig Problem. Präsentationen starten mit der Firmenhistorie, gefolgt von Produktfeatures und Architekturdiagrammen. Der Kunde muss selbst herausfinden, was das alles mit seiner Situation zu tun hat. Die meisten tun das nicht.


Zu rational, zu wenig emotional. B2B-Entscheider werden oft als rein rationale Wesen behandelt. Die Realität sieht anders aus: Auch ein IT-Leiter oder eine Einkäuferin trifft Entscheidungen auf Basis von Vertrauen, Sicherheit und dem Gefühl, verstanden zu werden. Erst danach werden Argumente gesucht, um die Entscheidung zu begründen.


Zu selbstbezogen, zu wenig kundenzentriert. „Wir sind Marktführer“, „Wir bieten maßgeschneiderte Lösungen“, „Wir haben 30 Jahre Erfahrung“ – solche Sätze klingen nach Eigenlob. Sie beantworten nicht die Frage, die jeden Kunden interessiert: Was habe ich davon?


Diese Fehler sind nicht böswillig. Sie entstehen, weil Unternehmen Experten für ihre Lösung sind. Aber genau das wird zum Hindernis, wenn es darum geht, mit Menschen zu sprechen, die keine Experten sind und auch keine werden wollen.






Warum B2B Storytelling jetzt wichtiger wird als je zuvor


Eine Frau sitzt an einem Schreibtisch vor einem großen Monitor mit Diagrammen und Grafiken. Sie blickt lächelnd zur Seite und stützt ihr Kinn mit der Hand.

Die Spielregeln im Marketing verändern sich gerade fundamental. Und zwar aus zwei Richtungen gleichzeitig.


Richtung 1: Cognitive Overload bei Menschen. Deine potenziellen Kunden sind täglich tausenden Botschaften ausgesetzt. Werbung, E-Mails, LinkedIn-Posts, Newsletter, Webinare. Das menschliche Gehirn kann diese Menge an Informationen nicht verarbeiten. Also filtert es – unbewusst, aber gnadenlos. Was nicht sofort relevant erscheint, wird ignoriert. Was nicht klar ist, wird übersprungen.


Richtung 2: KI-Systeme werden zu Gatekeepern. Immer mehr B2B-Entscheider nutzen KI-Assistenten wie ChatGPT, Perplexity oder Google AI, um Anbieter zu recherchieren. Diese Systeme haben keinen Geschmack, keine Beziehungen, keine Loyalität. Sie haben nur eine Frage: Wer löst das Problem dieses Menschen am klarsten?


Das bedeutet konkret: Wenn jemand ChatGPT fragt „Wer hilft mir bei X?“, taucht dein Unternehmen nur auf, wenn deine Kommunikation glasklar macht, welches Problem du für wen löst. Deine Website kann voller Informationen über dich sein – aber wenn KI-Systeme nicht erkennen können, welchen Nutzen du stiftest, bleibst du unsichtbar.


Was beide Entwicklungen gemeinsam haben: Sie belohnen Klarheit. Menschen filtern nach Relevanz. KI filtert nach Relevanz. Wer seine Botschaft klar, strukturiert und kundenzentriert formuliert, gewinnt auf beiden Ebenen.


Genau das leistet B2B Storytelling: Eine Kommunikation, die so klar ist, dass sie nicht nur Menschen überzeugt, sondern auch von Algorithmen als relevant erkannt wird. Nicht trotz KI. Sondern für KI.






Was B2B Storytelling bedeutet und wie es funktioniert


Eine Frau steht vor einem Whiteboard und erklärt eine Skizze mit Symbolen. Zwei Personen sitzen ihr gegenüber an einem Tisch und hören zu.

B2B Storytelling bedeutet nicht, nette Anekdoten zu erzählen oder die Unternehmensgeschichte emotional aufzubereiten. Es bedeutet, deine Kommunikation so zu strukturieren, dass der Kunde sich darin wiederfindet.


Im Kern geht es um einen Perspektivwechsel: Weg von „Das sind wir und das können wir“ hin zu „Das ist deine Situation und so helfen wir dir“.


Der Unterschied zwischen B2B und B2C Storytelling


Im B2C kauft oft eine Person, die Entscheidung fällt schnell, und Emotionen spielen eine offensichtliche Rolle. Im B2B ist alles komplexer: Mehrere Stakeholder mit unterschiedlichen Interessen sitzen am Tisch, Entscheidungszyklen dauern Wochen bis Monate, die Risiken bei Fehlentscheidungen sind höher, und es gibt eine rationale Begründungspflicht gegenüber Vorgesetzten oder Gremien.


Das bedeutet nicht, dass Emotionen im B2B keine Rolle spielen. Im Gegenteil: Gerade weil das Risiko höher ist, sind Vertrauen und Sicherheit entscheidend. Niemand möchte die Person sein, die einen teuren Fehlkauf zu verantworten hat.


B2B Storytelling muss deshalb beides liefern: emotionale Anschlussfähigkeit und rationale Substanz. Die Verkaufspsychologie hinter diesem Prinzip erklärt, warum Emotionen auch bei scheinbar rationalen Entscheidungen die treibende Kraft sind.


Die Struktur einer wirksamen B2B Story


Eine gute B2B Story folgt einem einfachen Muster, das sich in der Praxis bewährt hat: Problem – Lösung – Ergebnis.


1. Das Problem sichtbar machen. Zeig, dass du die Situation deines Kunden verstehst. Nicht abstrakt, sondern konkret. Was funktioniert gerade nicht? Wo entsteht Frust, Zeitverlust, Risiko? Wenn der Kunde sich in deiner Problembeschreibung wiedererkennt, hast du seine Aufmerksamkeit.


2. Die Lösung als Weg präsentieren. Jetzt kommt dein Angebot ins Spiel – aber nicht als Feature-Liste, sondern als Antwort auf das zuvor beschriebene Problem. Erkläre nicht jedes Detail, sondern zeig den Weg: Wie läuft die Zusammenarbeit? Welche Schritte sind nötig? Was passiert wann?


3. Das Ergebnis konkret beschreiben. Am Ende steht nicht dein Produkt, sondern die Veränderung im Leben des Kunden. Was wird besser? Was wird einfacher? Was wird möglich, das vorher nicht möglich war? Das ist das Happy End deiner Geschichte.


Dieses Muster funktioniert, weil es der Art entspricht, wie Menschen Informationen verarbeiten. Wir denken in Geschichten, nicht in Bulletpoints. Eine detaillierte Erklärung findest du im Beitrag Die Storytelling-Methode.


Der Kunde als Held, dein Unternehmen als Mentor


Ein häufiger Fehler im B2B-Marketing: Das Unternehmen inszeniert sich selbst als Held. „Wir sind innovativ“, „Wir sind Marktführer“, „Wir haben die beste Technologie“.


Das Problem dabei: Kunden suchen keine Helden. Sie suchen jemanden, der ihnen hilft, ihre eigenen Herausforderungen zu meistern.


Die Lösung liegt in einem Rollenwechsel: Dein Kunde ist der Held der Geschichte. Er hat ein Ziel und steht vor Hindernissen. Dein Unternehmen ist der Mentor – der Guide, der mit Erfahrung und Werkzeugen zur Seite steht.


Dieser Perspektivwechsel verändert die gesamte Kommunikation. Statt „Wir bieten innovative Lösungen“ heißt es dann: „Du stehst vor der Herausforderung X. Wir zeigen dir, wie du sie löst.“

Dieser Ansatz basiert auf dem StoryBrand Framework von Donald Miller, das wir in unserer Beratung regelmäßig einsetzen.


So erreichst du verschiedene Stakeholder mit derselben Story


Drei Personen sitzen an einem Konferenztisch und schauen in Richtung einer sprechenden Person außerhalb des Bildes. Auf dem Tisch liegen Unterlagen, ein Notizblock und ein Glas Wasser.

Im B2B-Vertrieb sitzt selten eine Person allein vor der Entscheidung. Oft sind drei Ebenen beteiligt:


  • Die Fachebene (z.B. IT-Leitung, Operations) fragt: Funktioniert das technisch? Passt es in unsere Prozesse?

  • Der Einkauf fragt: Was kostet es? Welche Risiken gibt es? Wie sind die Konditionen?

  • Die Geschäftsführung fragt: Zahlt sich das aus? Passt es zur Strategie?


Die gute Nachricht: Du brauchst nicht drei verschiedene Geschichten. Du brauchst eine Geschichte, die alle drei Perspektiven bedient.


Das gelingt, indem du das Problem auf einer Ebene beschreibst, die alle betrifft: Zeitverlust, Risiko, verpasste Chancen, ineffiziente Prozesse. Und indem du das Ergebnis so formulierst, dass jede Rolle ihren Nutzen erkennt.


Ein Beispiel: „Eure Prozesse laufen aktuell manuell, das kostet Zeit und erzeugt Fehler. Mit unserer Lösung automatisiert ihr die kritischen Schritte. Das Ergebnis: weniger Aufwand im Tagesgeschäft, geringeres Fehlerrisiko, bessere Planbarkeit für Budgets.“


In diesem einen Absatz findet sich die Fachebene (Automatisierung), der Einkauf (Planbarkeit) und die Geschäftsführung (Effizienz) wieder.






B2B Storytelling über alle Kanäle hinweg


Ein Mann und eine Frau sitzen nebeneinander vor mehreren Monitoren und betrachten eine digitale Oberfläche. Der Mann zeigt mit dem Finger auf einen Bereich auf dem Bildschirm.

Eine gute Story entfaltet ihre Wirkung nur, wenn sie konsistent erzählt wird. Nicht einmal auf der Website, sondern überall dort, wo potenzielle Kunden mit deinem Unternehmen in Berührung kommen.


Website und Landingpages: Der erste Eindruck zählt. Innerhalb von Sekunden muss klar sein: Für wen ist das? Welches Problem wird gelöst? Was ist der nächste Schritt? Keine Selbstdarstellung, sondern Kundennutzen. Wie du das konkret umsetzt, zeigen unsere Beiträge zu Storytelling Marketing auf Websites und Storytelling auf Landingpages.


Sales-Gespräche und Präsentationen: Auch im direkten Gespräch funktioniert Storytelling. Statt mit der Firmenpräsentation zu starten, beginne mit einer Frage zum Problem des Kunden. Erzähle von ähnlichen Situationen. Zeige den Weg zur Lösung. Mehr dazu im Beitrag Storytelling im Vertriebsgespräch. Das gilt auch für schriftliche Angebote – sie sind oft der entscheidende Moment im Vertriebsprozess.


LinkedIn und Content Marketing: Auch kurze Posts können einer Story-Struktur folgen. Eine Beobachtung, ein Problem, eine Erkenntnis, eine Handlungsempfehlung. Wie das konkret funktioniert, zeigt unser Beitrag Storytelling Marketing auf LinkedIn.


Der Schlüssel ist Konsistenz. Dieselbe Kernbotschaft, angepasst an den Kanal, aber immer erkennbar. So entsteht Wiedererkennungswert und Vertrauen.






B2B Storytelling in der Praxis


Ein Mann und eine Frau sitzen sich an einem Tisch gegenüber und führen ein Gespräch. Auf dem Tisch liegt ein Tablet mit geöffnetem Dokument.

Wie B2B Storytelling konkret aussieht, hängt von Branche und Zielgruppe ab. Die Grundprinzipien bleiben gleich, aber die Umsetzung variiert.


In unseren Branchen-Guides zeigen wir detailliert, wie Storytelling in verschiedenen B2B-Kontexten funktioniert:



Was alle Beispiele gemeinsam haben: Der Wechsel von „Das können wir“ zu „Das verändert sich für dich“. Dieser Perspektivwechsel macht den Unterschied zwischen austauschbarer Kommunikation und einer Botschaft, die hängenbleibt.






Fazit: B2B Storytelling ist kein Trend, sondern strategische Notwendigkeit


Eine Frau steht mit verschränkten Armen vor einem Schreibtisch in einem Büro. Im Hintergrund sind ein Laptop, Unterlagen und eine Stadtansicht durch das Fenster zu sehen.

Die Zeiten, in denen gute Produkte sich von selbst verkaufen, sind vorbei. In einem Markt voller vergleichbarer Angebote entscheidet die Kommunikation. Und in einer Welt, in der Menschen und KI-Systeme gleichermaßen nach Klarheit filtern, ist strukturiertes Storytelling kein Nice-to-have mehr.


B2B Storytelling hilft dir, komplexe Leistungen verständlich zu machen, verschiedene Entscheider gleichzeitig zu erreichen und Vertrauen aufzubauen, bevor das erste Gespräch stattfindet.


Das erfordert einen Perspektivwechsel: Weg von der Innensicht, hin zur Kundensicht. Weg von Features, hin zu Problemen und Ergebnissen. Weg vom Helden, hin zum Mentor.


Wer diesen Wechsel vollzieht, gewinnt nicht nur die Aufmerksamkeit von Menschen. Er wird auch für die KI-Systeme sichtbar, die zunehmend darüber entscheiden, welche Anbieter überhaupt noch empfohlen werden.






FAQ: Häufige Fragen zu B2B Storytelling


Was ist B2B Storytelling?

B2B Storytelling ist eine Methode, komplexe Produkte und Dienstleistungen so zu kommunizieren, dass potenzielle Kunden sich darin wiederfinden. Statt Features aufzuzählen, erzählst du eine nachvollziehbare Geschichte: vom Problem des Kunden über die Lösung bis zum konkreten Ergebnis.

Wie unterscheidet sich B2B Storytelling von B2C?

Im B2B sind Entscheidungszyklen länger, mehrere Stakeholder beteiligt und die Risiken höher. B2B Storytelling muss deshalb sowohl emotional ansprechen als auch rationale Argumente liefern, die in internen Abstimmungen bestehen.

Wie entwickle ich eine B2B Storytelling Strategie?

Beginne mit der Frage: Welches Problem lösen wir für wen? Formuliere dann eine klare Botschaft nach dem Muster Problem – Lösung – Ergebnis. Diese Botschaft wird zur Grundlage für Website, Sales-Unterlagen und Content Marketing.

Funktioniert Storytelling auch bei technisch komplexen Produkten?

Gerade dann. Je komplexer das Produkt, desto wichtiger ist eine klare, strukturierte Kommunikation. Storytelling reduziert Komplexität, indem es abstrakte Funktionen in konkrete Situationen und Ergebnisse übersetzt.

Warum wird B2B Storytelling durch KI wichtiger?

KI-Assistenten wie ChatGPT oder Perplexity werden zunehmend für Anbieterrecherchen genutzt. Diese Systeme empfehlen Unternehmen, deren Kommunikation klar macht, welches Problem für wen gelöst wird. Unklare oder selbstbezogene Botschaften werden nicht erkannt und nicht empfohlen.


Autor: Ramón König, Experte für strategisches Marketing und Sales Manager bei Caesar & Harrison.




 
 
 

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